Veröffentlicht am Samstag, 05. April 2014

Pressemitteilung der Feuerwehr Neunkirchen:

Neunkirchen. Bei einem verheerenden Feuer in einem Ausflugslokal in Neunkirchen Heinitz kam in der Nacht von Montag auf Dienstag, 1. April ein 58-jähriger Mann ums Leben, das Gebäude wurde durch den Brand unbewohnbar. Um etwa 3:30 Uhr löste die Rettungsleitstelle Saar Alarm für die Feuerwehren der Stadt Neunkirchen und der Gemeinde Spiesen-Elversberg aus. Laut ersten Meldungen stand der Dachstuhl des als Gaststätte und Wohnhaus genutzten Gebäudes in Heinitz-Dechen Vollbrand. Aufgrund der Lage des Einsatzortes in unmittelbarer Nähe zur Grenze zwischen der Stadt Neunkirchen und der Gemeinde Spiesen Elversberg wurde als Unterstützung für den örtlich zuständigen Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt auch der Löschbezirk Elversberg aus der Nachbargemeinde alarmiert. Zusätzlich alarmierte die Leitstelle auch noch die Drehleiter der Feuerwehr Ottweiler.

Somit stand bei den Löscharbeiten neben der Neunkircher Drehleiter und ein zweites Hubrettungsfahrzeug zur Verfügung. Bei Eintreffen der ersten Feuerwehreinheiten aus Elversberg konnte die erste Meldung bestätigt werden: Der Dachstuhl und die Dachgeschosswohnung des freistehenden Hauses brannten fast komplett, die Dachhaut war sogar schon großflächig durchgebrannt. Zu diesem Zeitpunkt war unklar wo sich die beiden Bewohner der zwei Wohnungen im Haus aufhielten, beide vermutete die Feuerwehr noch im brennenden Gebäude. Parallel zu einem massiven Löschangriff von außen gingen daher mehrere durch Atemschutzgeräte geschützte Feuerwehrtrupps zur Personensuche und -rettung sowie zur Brandbekämpfung in das Gebäude vor.

Eine der vermissten Personen, der 58-jährige Bewohner der Dachgeschosswohnung, wurde wenig später durch einen Feuerwehrtrupp tot in seiner noch brennenden Wohnung gefunden. Eine 78 Jahre alte Frau die zunächst auch noch im Gebäude vermutet wurde konnte im späteren Einsatzverlauf durch die Polizei bei Verwandten in Freisen, Landkreis Sankt Wendel aufgefunden werden. Neben Trupps im Innenangriff wurden von außen mehrere Strahlrohre zur Bekämpfung des Feuers eingesetzt. Von den beiden Drehleitern wurden jeweils leistungsstarke Wasserwerfer vorgebracht. Von der Neunkircher Drehleiter wurde der Brand über die Giebelseite bekämpft, die Drehleiter aus Ottweiler ging auf der linken Gebäudeseite zur Brandbekämpfung in Stellung. Zur Versorgung der Einsatzkräfte mit neuen Atemschutzgeräten und -masken veranlasste die Einsatzleitung außerdem noch die Alarmierung des Gerätewagen-Atemschutz aus dem Neunkircher Löschbezirk Wiebelskirchen.

Das Feuer in Dachgeschosswohnung und Dachstuhl konnte die Feuerwehr schnell unter Kontrolle bringen und ein Übergreifen des Brandes auf einen neueren Anbau des Gebäudes verhindern. Bis zum Sonnenaufgang war das Feuer weitgehend gelöscht, aufgrund statischer Probleme im Haus sollten sich die Nachlöscharbeiten, das Ablöschen letzter Glutnester im Brandschutt, aber über mehrere Stunden hinziehen. Beschädigt durch das Feuer und vollgesogen mit Löschwasser war die Tragfähigkeit der Decken im Haus deutlich eingeschränkt, zur genauen Begutachtung der Statik des Hauses musste die Untere Bauaufsichtsbehörde verständigt werden. In Rücksprache mit dieser entschied sich die Einsatzleitung dazu vor Beginn der Nachlöscharbeiten im Dachstuhl die Decken im Gebäude durch das Technische Hilfswerk abstützen zu lassen.

Die Abstützmaßnahmen führte, wie schon nach einem Dachstuhlbrand in Neunkirchen im Sommer 2013, der Ortsverband Spiesen-Elversberg des Technischen Hilfswerkes durch. Für die Abstützung schnitt das Technische Hilfswerk vor Ort passende Holzstützen zu und verbaute diese im Gebäude. Erst nach Abschluss der Abstützmaßahmen konnte die Feuerwehr wieder das Gebäude für Nachlöscharbeiten betreten. Um keine Spuren, die Rückschlüsse auf den Brandausbruch zuließen, zu vernichten erfolgten die Nachlöscharbeiten in enger Rücksprache mit den Brandermittlern der Polizei. Die Versorgung der Einsatzkräfte übernahm der DRK Kreisverband Neunkirchen mit den Ortsvereinen Wiebelskirchen und Illingen. Nach etwa zwölfstündigem Einsatz konnte der Feuerwehreinsatz am Dienstagnachmittag beendet werden. Im Einsatz waren über den ganzen Tag hinweg rund 90 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Rettungsdienst mit insgesamt 28 Fahrzeugen.

Als Brandursache konnte die Polizei noch am Dienstag fahrlässigen Umgang mit offenem Feuer in der Dachgeschosswohnung ermitteln. Der 58-jährige Bewohner dieser Wohnung erlag einer Rauchgasvergiftung. An dem Gebäude entstand ein Schaden in Höhe von rund 200.000 Euro. Bis auf weiteres ist es nicht mehr bewohnbar.

Eingesetzte Kräfte:

- Feuerwehr Neunkirchen LBZ Neunkirchen-Innenstadt
- Feuerwehr Neunkirchen LBZ Wiebelskirchen mit Gerätewagen-Atemschutz
- Feuerwehr Spiesen-Elversberg LBZ Elversberg
- Feuerwehr Ottweiler LBZ Ottweiler mit Drehleiter
- Kreisbrandinspekteuer
- Wehrführer Neunkirchen
- Pressesprecher Feuerwehr Neunkirchen
- Pressesprecher Feuerwehr Spiesen-Elversberg

- Rettungswache Feuerwehr/ ASB Neunkirchen mit Notarzteinsatzfahrzeug und zwei Rettungswagen
- DRK OV Illingen mit Rettungswagen und Mannschaftstransportwagen
- DRK OV Wiebelskirchen mit LKW

- Technisches  Hilfswerk OV Spiesen-Elversberg

- Polizeiinspektion Neunkirchen
- Kriminaldauerdienst
- Brandermittler
- Diensthundestaffel

S5 Box

Interner Bereich

Der interne Bereich ist ausschließlich für Mitglieder des Löschbezirks Ottweiler.