Veröffentlicht am Donnerstag, 11. Februar 2016

Die Feuerwehr im Löschbezirk Ottweiler ist schlagkräftig. Sie leistet über 110 Einsätze im Jahr. Mit Blick aufs Alter mancher Fahrzeuge in der Garage machen sich die Wehrleute derzeit Sorgen.

 

imageBrandschutz ist Landessache. Allerdings ist die Aufgabe an die Kommunen delegiert. Denen fällt es angesichts klammer Kassen und angespannter Haushaltslage nicht leicht, in die Feuerwehren zu investieren. Peter Groben ist Löschbezirksführer in Ottweiler. Er hat, so betont er, vollstes Verständnis für die Lage der Kommunen. In Ottweiler laufe die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung meist sehr konstruktiv. Zum Redaktionsgespräch ist Groben aber erschienen, weil er findet, „die Bevölkerung sollte wissen, wie es in den kommenden Jahren weitergeht". Es gehe ihm keinesfalls darum, die Verwaltung anzuklagen, so Groben. „Trotzdem sind einige der Fahrzeuge mittlerweile so alt, dass es eigentlich schon jetzt konkrete Pläne für Ersatzbeschaffungen geben müsste", sagt Groben. Das sei auch im sogenannten Brandschutzbedarfsplan so vorgesehen. Vor allem gehe es ihm darum, dass der wichtige Löschbezirk Ottweiler – mit 61 aktiven Mitgliedern und mehr als 110 Einsätzen im Jahr – in seiner Schlagkraft erhalten bleibe.

Die Ottweiler Drehleiter wurde 1991 gebaut. Laut Bedarfsplan war der Austausch 2016 vorgesehen. Groben ist froh, dass die Verwaltung eine Neuanschaffung plant. Laut Haushalt soll der erforderliche Eigenanteil aber 2017 bis 2019 angespart werden. „Das heißt, die Ausschreibung kann erst 2019 erfolgen, das Fahrzeug frühestens 2020/21 in Dienst gestellt werden." Die für Rettungseinsätze so wichtige Leiter wäre dann über 30 Jahre alt.

Zwei weitere Fahrzeuge der Ottweiler Wehr stammen aus dem gleichen Baujahr: ein Löschfahrzeug für den Katastrophenschutz und ein Löschfahrzeug (8/6) für technische Hilfe. Vorgesehen ist hier eigentlich spätestens 2019, beide Fahrzeuge nach Elversberger Vorbild durch ein modernes und leistungsfähigeres Löschfahrzeug (20/25) zu ersetzen. Das Katastrophenschutz-Fahrzeug wird bald den Standort wechseln und nicht mehr zur Verfügung stehen. Wie Groben betont, habe ihm die Stadtverwaltung versichert, dass neue Anschaffungen erst angegangen werden könnten, wenn die neue Drehleiter da ist. Sollte dann zunächst gespart werden müssen, tendiere das Dienstalter des verbliebenen Fahrzeugs schnell zu 35 und mehr Jahren, so Groben.

Ein für 2013 eingeplanter neuer Gerätewagen kann – vorbehaltlich der Haushaltsgenehmigung – wohl schon in diesem Jahr beschafft werden.

Neben einer Erneuerung der technischen Ausstattung würde sich der Löschbezirk Ottweiler auch über eine Sanierung des Gerätehauses freuen. Es stammt mitsamt seiner Sanitäranlagen aus dem Jahr 1969. Eine Sanierung, so Groben, sei nicht abzusehen.

Bei allem Verständnis für die prekäre Finanzsituation macht Groben sich Sorgen, dass die Technik überaltert und die Wehr an Attraktivität für ihre Mitglieder verlieren könnte. Hier gehe es auch um „Respekt und Anerkennung".

 

Aus der Saarbrücker Zeitung vom 10.Februar 2016

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